Der Verein

Gegründet wurde der Verein im Jahre 1970 als Reitverein "Hubertus" Wendhausen e.V.!

Wie der Name schon verrät hatte der Verein damals seinen Wirkungskreis an einer anderen Stätte als heute. Die Gründung erfolgte in Wendhausen auf dem Anwesen der Familie Hupe .
Aus einem Zusammenschluss vieler Reitinteressierter wuchs sehr schnell ein recht ansehnlicher Verein heran. Schulpferde wurden angeschafft, Reitschüler kamen hinzu und auch Turniere fanden statt, kurz das Vereinsleben war intakt.
20 Jahre lebte der Verein auf dem Anwesen der Familie Hupe in Wendhausen. Dann wurde 1990 der Pachtvertrag nicht verlängert.
Der Verein stand vor dem Aus.

Gedanken aus der Festschrift von 1993 zur Einweihung der neuen Reithalle von Fr. Ines Dörpmund (den vollständigen Text finden sie hier)
"Was wird aus einem Reitverein wie Hubertus Wendhausen, wenn er zwanzig Jahre nach seiner Gründung, nach zwanzigjähriger erfolgreicher Arbeit und nach zwanzigjährigem aktiven Vereinsleben sein "angestammtes" Domizil verlassen muss?

Drei Lösungsmöglichkeiten ergeben sich in einer derartigen Situation:

  1. Der Verein löst sich auf: Die Mitglieder treten den Vereinen der Umgebung bei und in kurzer Zeit ist vergessen, dass ein Reitverein Hubertus Wendhausen überhaupt einmal existierte.
  2. Der gesamte Verein schließt sich einem Verein der Umgebung an: Das hat zur Folge, dass die sympathische ländliche und persönliche Struktur des Wendhäuser Vereins in einem dadurch entstehendem "Mammutverein" zwangsläufig verloren geht.
  3. Der Verein sucht einen neuen Standort, an dem er seine Arbeit fortsetzen kann: In der Konsequenz muss der Verein ja nach Gegebenheit des Standortes Vorhandenes umbauen oder sogar eine ganz neue Anlage bauen, was in jedem Fall erhebliche Kosten verursacht.
Die schwierigste, aber auch schönste Lösungsmöglichkeit ist die dritte! Aber kann ein Verein eine so große Aufgabe bewältigen, wenn er zu 50% aus Jugendlichen besteht, die über kein oder nur geringes Einkommen verfügen; wenn seine Mitglieder im Prinzip nur reiten wollen? Kann ein nur ehrenamtlicher Vorstand eine so große Herausforderung meistern?"


Bern D. Sander u. Erika Arndt

Er kann! Und das bewiesen der damalige 1. Vorsitzende Bern Dieter Sander und die 2. Vorsitzende Erika Arndt. Einer eher glücklichen Fügung war das private Zusammentreffen der 2. Vorsitzenden mit dem Pächter der Domäne Marienburg zu verdanken. Man kam ins Gespräch, ein Wort gab das andere und schließlich am Ende die Idee, den Reitverein Hubertus in der Domäne Marienburg anzusiedeln.
Am 19.6.1990 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden sich die Mitglieder mit überwältigender Mehrheit für die dritte o.g. Lösung und beauftragten den Vorstand die Anpachtung des Geländes auf der Domäne Marienburg einzuleiten und durchzuführen.

 

Was nun folgte war einen Herausforderung. Lange und zähe Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen über die Anpachtung des Geländes und den Erwerb der Gebäude. Eine unermüdliche Suche nach Fürsprechern und Geldgebern.
Dem persönlichen Einsatz der 2. Vorsitzenden Erika Arndt ist es nicht zuletzt zu verdanken, dass am Ende ein Vertrag über die Erbpacht des Geländes und der Erwerb der darauf stehenden Gebäude zustande kam.

 

Am 5.3.1991 erfolgte die Unterzeichnung des Vertrages. 
Der Reitverein Hubertus hatte ein neues Zuhause. Doch noch viel Zeit sollte vergehen bis alles auf dem heutigen Stand war.


Frontansicht Einfahrt 1991

Zunächst einmal galt es alles soweit zu richten, dass der notwendige Auszug in Wendhausen zum 31.3.1991 stattfinden konnte.
In Windeseile erfolgte der Umbau des größeren der beiden Gebäude (ehemals Schafstall und dann Kornsilo) in den Hauptstall mit 27 Boxen, Sattelkammern, Futterkammer und Sanitäranlagen. Das zweite Gebäude wurde geteilt. Zum einen zur Aufnahme der Heu- und Strohvorräte und zum anderen als provisorische Reithalle (für die nächsten 2 Jahre).
Gleichzeitig musste die Remise zwischen den beiden Gebäuden abgerissen werden, da sie baufällig war und einzustürzen drohte. An ihrem Platz wurde der Außenplatz errichtet. 
Ein derartiger Kraftakt war nur zu schaffen, da alle Mitglieder zusammengehalten haben und mit vereinten Kräften getan haben was getan werden musste.


Hintere Ansicht 1991

Pünktlich am 1.4.1991 erfolgte die Einweihung des neuen Vereinsgeländes. 
Auf den Tag genau hatte der Verein seine alte Wirkungsstätte geräumt und war in seine neue eingezogen.


Aufmarsch der Reiter zum Einzug

Was nun folgte waren eine Reihe von Investitionen, Umbauten und Sanierungsmaßnahmen, verbunden mit Anstrengungen der Vereinsmitglieder, um den Verein Stück für Stück wieder mit einem "richtigen" Vereinsgelände auszustatten.


Beginn der Bauarbeiten

Am 9.9.1992 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Reithalle.
Zuvor jedoch musste der an dieser Stelle stehende Bockstall abgebaut um dann an anderer Stelle wieder aufgebaut zu werden. Behördliche Auflagen und auch andere für die Anlage haben viel Zeit, Nerven und vor allen Dingen Geld gekostet.


Der alte Bockstall

Bereits am 13.11.1992 war Richtfest auf dem Gelände mit Teilnahme einiger Prominenz. Leider war es ein recht feuchtes Richtfest, da dieser Tag heftigste Regenfälle bescherte.


Blick durch die ´Halle´ beim Richtfest


Gottesdienst zur Einweihung

Doch schließlich einen Tag vor dem großen Sommerturnier am 21.8.1993 war es soweit. Bei einem Gottesdienst und unter Teilnahme von viel Prominenz aus Stadt, Kreis und Land erfolgte die festliche Einweihung der neuen Reithalle.


Ansprache des Oberbürgermeisters


Ralf Harneit verlegte die gesamte Elektrik

Wieder war ein weiterer Meilenstein vollbracht und wieder war dieses nur möglich gewesen, da alle Mitglieder halfen wo es nur ging.


Fleißige Helfer bei der Arbeit


Das Bockstall Puzzle ...

Noch während des Baus der Reithalle erfolgte im Februar 1993 die Grundsteinlegung zum Wiederaufbau des Bockstalls. Bereits im April 1993 war Richtfest und zusammen mit der Reithalle erfolgt die Einweihung am 21.8.1993. Dadurch waren weitere 9 Boxen entstanden.


... fast wieder zusammengesetzt


Urzustand

Des Weiteren wurde im Juni 1993 ein Reiterstübchen eingerichtet. Und wieder war viel Arbeit notwendig.
Während aller Baumassnahmen bekam der Verein am 5.7.1993 Zuwachs. Das angeschaffte Schulpferd „Doma“ kam nicht alleine zum Verein und so wurde am 5.7. „Dorian“ geboren. Mit viel Liebe nahm der Verein auch dieses neue Mitglied auf.


Doma und Dorian

 

Danach wurde es etwas ruhiger im Verein. Der Verein und auch die Mitglieder, dieses primär auf die Finanzlage bezogen, mussten sich zunächst einmal von den vergangenen anstrengenden zwei Jahren erholen.

Die vorhandene Anlage wurde durch viele Arbeitsstunden immer weiter verschönert und schon bald dachte kaum noch jemand wehmütig an die Zeit in Wendhausen zurück.
Diese Zufriedenheit mit der neuen Anlage und dem neuen Standort schlug sich dann auch in der Umbenennung des Vereins in den heutigen Namen Reitverein "Hubertus" Hildesheim-Marienburg e.V.“ nieder.

Im September 1997 war es dann jedoch mit der Ruhe vorbei. Der bisherige eher provisorische Springplatz sollte einem befestigten 4000 qm Springplatz weichen. Gleichzeitig sollte die umliegende von Tannenbäumen bewachsene Fläche in Weiden für die Pferde (Schul- und Privatpferde) umgestaltet werden.


Bern D. Sander beim Vermessen des Springplatzes

1998 war denn auch dieses Werk vollbracht und die letzten großen Baumassnahmen abgeschlossen. Das Gelände hatte nun den Zustand erreicht, den sich all jene, die 1990/91 den Umzug mitgemacht hatten, immer vorgestellt haben.


Der Springplatz nimmt Formen an

Doch wie immer im Leben ist nichts absolut und für immer beständig. Bereits bei der Übernahme der Gebäude 1990/91 war klar gewesen, dass früher oder später eine Sanierung der Dächer notwendig werden würde.
Für den Hauptstall war es im September 2003 soweit. Durch Beantragung und Gewährung von Fördermitteln von EU, Land und Stadt sowie einer Umlage durch die Vereinsmitglieder, beschlossen in der Mitgliederversammlung im Juni 2003, gelang dieser weitere finanzielle Kraftakt des Vereins. Dank gebührt den Vereinsmitgliedern als auch Frau Arndt für das Engagement bei der Bewilligung der Fördermittel.

 

13 Jahre ist der Umzug nun her. Vieles wurde gemeinsam geschaffen, und das ein oder andere wird sicherlich noch folgen.
Der Verein ist inzwischen 34 Jahre alt. Das 30 jährige Jubiläum wurde auch gefeiert. Der Verein wird seine Wurzeln sicherlich nicht vergessen, doch eine Vielzahl der heutigen Mitglieder kennt nur Marienburg und für sie ist Marienburg die Heimat des Reitvereins "Hubertus" Hildesheim-Marienburg e.V.

 

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Chronik ein wenig Geschmack gemacht zu haben.
Wir denken, der Verein hat in den vergangenen 13 Jahren bewiesen, dass er - und vor allen Dingen seine derzeit über 300 Mitglieder - einiges auf die Beine stellen können.
Wenn Sie also Lust bekommen haben, einen solchen traditionsreichen, dynamischen und erfolgreichen Verein kennen zu lernen, dann kommen Sie doch einfach mal vorbei. Wir würden uns freuen.
 

Letzte Bearbeitung 22.07.2010 19:44 © Designed by Thomas Wohlgemuth, Hildesheim